March.

Ich bin gerne in Wohnungen, in denen ich mit den Fingerspitzen nicht bis an die Decke komme, in denen sich an den Wänden Schallplatten in Regalen stapeln, die Kinokarten neben der Eingangstür in einer Reihe kleben und der Rotweinvorrat im Wohnzimmer hinter dem braunen Sofa lagert. Weil es schön ist, wenn auf der Rückfahrt hinten alle eingeschlafen sind, draußen die Straßenlaternen vorbeiziehen, die Musik im Radio ihr übriges tut und zu Hause eine E-Mail aus Kanada auf mich wartet. Und auch, weil ich dann für einen kurzen Augenblick nicht daran denken muss, dass in Berlin immer noch alles schneeweiß ist, sich auf meinem Desktop die angefangen Word-Dokumente stapeln, die Unibibliothek vierzehn Kilometer entfernt von meinem Schreibtisch liegt und im Kino gerade kein Film läuft, in den ich mich verlieben könnte. Da ich zu sehr damit beschäftigt bin, mir eine Serienstaffel nach der anderen anzusehen, ab und an ins Schwimmbad zu gehen, nervös auf der Stelle zu treten und den Stapel ungelesener Bücher auf Bettkantenhöhe anwachsen zu lassen. Doch ich weiß auch, es ist okay so, singe leise mein Lied und habe im Kopf die Bilder vom letzten Frühling.

„Cold Feet, don’t fail me now/ So much left to do / If i should run ten thousand miles home / Would you be there?“ — J. Ralph, Before My Time (feat. Scarlett Johansson & Joshua Bell)

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